Immer mehr Deutsche begreifen, dass die grünen Forderungen nach Verzicht schon jetzt und nachhaltig unseren Wohlstand gefährden. Die gut situierte, urbane Stammwählerschaft der Grünen lässt das kalt. Auch sie sollten aber verstehen, dass jeder deutlich weniger Spaß am Leben haben wird, wenn man ihre Fantasien bis zum Ende durchspielt.

Es scheint fast so, als wären wir in einer schlechten Komödie. Wegen des Heizungsgesetzes und dem Haushaltsfiaskos rund um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts stürzen die Grünen, einst Lieblinge sorgenloser Akademiker, in Umfragen nun schneller ab als die Website der Berliner Bürgerämter. Viele in der Unter- und Mittelschicht sind plötzlich alarmiert, dass ihr Lebensstandard nicht mehr zu halten ist. Viele wohlhabende Stadtbewohner, die grünen Stammwähler, bleiben jedoch gelassen – in vielen Häusern Berlins (nicht in der Grünen-Parteizentrale) kann man Wärmepumpen sogar betreiben. Aber selbst ihnen sollte Sorge bereiten, wie das grüne Panoptikum der Verbote unseren Alltag zu einer sterilen, freudlosen Landschaft transformieren könnte.

Es ist offensichtlich, dass selbst Verbotsliebhaber Spaß zu schätzen wissen. Heute in den tagesthemen fordern, Fleisch und Flüge “verdammt teuer” zu machen und morgen am anderen Ende der Welt schnorcheln – In Deutschland vollkommen normal. Die Grünen haben in den letzten Jahren eine ansehnliche Liste an Verboten gefordert, die länger ist als die Speisekarte eines veganen Sternerestaurants: Verbrennungsmotoren, Kurzstreckenflüge, Plastikverpackungen – die Liste geht weiter. Vielleicht sind ihre Wähler nicht von einzelnen Verboten betroffen, aber erst wenn man von einer Mauer aus Verboten umgeben ist, merkt man, wie der Spaß erstickt wird. Wie die Freiheit stirbt auch der Spaß langsam und leise.

Die Glückseligkeit eines herzhaften Lachens an einem fremden Ort oder das Adrenalin, das durch die Venen pumpt, wenn man auf der linken Spur das Gaspedal durchdrückt und auf das mächtige Brüllen des Motors wartet – das sind die Momente, die das Leben für viele lebenswert machen. Aber der öffentliche Diskurs hat die Lebensqualität zu einer Nebensache degradiert, während ständige Verbote zu unserer neuen Normalität verklärt werden.

Verbote werden fast so selten abgeschafft wie Steuern. Wollen wir wirklich über Jahrzehnte in einem Land leben, das international für seine Fülle an Verboten bekannt ist? Insbesondere die rebellischen jüngeren Generationen (wie meine), die noch den Mut haben, Regeln infrage zu stellen, werden die Hauptlast dieser Verbotskultur tragen.

Einige der fleißigen Verbotsprediger behaupten, Spaß sei egoistisch, da er zu Lasten anderer gehen könnte. Aber lassen Sie uns nicht vergessen: In einer freien Gesellschaft sollte das höchste Gebot lauten, dass niemand die Freiheit des anderen verletzen darf. Es reicht nicht, bloß zu behaupten, dass man durch das Vergnügen anderer geschädigt wird – man muss es beweisen. Wer ein Tempolimit fordert, sollte uns klipp und klar erklären, welchen messbaren Einfluss es auf das Weltklima hat. Solange das nicht der Fall ist, ist Spaß am Leben nicht nur ein starkes Argument gegen ein Verbot, sondern ein überlebenswichtiger Teil des Alltags vieler.

Wir leben in einer Zeit, in der Verbote (aus fast jeder politischen Richtung) als Allheilmittel gegen alle gesellschaftlichen Übel verkauft werden. Doch wir sollten uns fragen, welchen Preis wir für teils pseudowissenschaftliche Heilsversprechen zu zahlen bereit sind. Es ist an der Zeit, dass wir uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist: Lachen, Leben, Freiheit. Wir sollten den Neo-Puritanern nicht das Feld überlassen, sondern unser Leben in vollen Zügen genießen.

Felix Hosse ist ein deutscher Unternehmensberater und Fellow bei Young Voices Europe. Er ist Gründer des EGO-Instituts, einer Denkfabrik, die die Ideen der Freiheit in Berlin und Deutschland vorantreibt. Zuvor war Felix National Coordinator von Students For Liberty Deutschland und ist seit 8 Jahren Teil der libertären Bewegung.

One Response

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *